Konzepte&Beratung

Depot des Kunstarchivs Beeskow 2004

Blick ins Depot des Kunstarchivs Beeskow

Blick ins Depot des Kunstarchivs Beeskow

Blick ins Depot des Kunstarchivs Beeskow

Restmauern des Ostflügels der Burg Beeskow 2011

Konzeption für Neubau, Archivausstattung und Dauerausstellung des Kunstarchivs Beeskow

Sächsische Zeitung vom 23.10.2013: Kunstarchiv hängt weiter in der Schwebe
Märkische Oderzeitung vom 22.06.2012: Ortswechsel wäre schädlich
Märkische Oderzeitung vom 20.10.2011: Kunstarchiv erhält kein Fördergeld

Die Stadt Beeskow plant in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Oder-Spree auf den Ruinen des Ostflügels der Burg Beeskow einen Neubau für das Kunstarchiv Beeskow  – unter Einbindung der abgeschlossenen Bestände der Artothek der Sozialen Künstlerförderung Berlin. Der Neubau soll einen entscheidenden Beitrag zur Weiterentwicklung des Kunstarchivs zu einem zukunftsweisenden Zentrum der Kommunikation zwischen Kunst, Wissenschaft und Öffentlichkeit leisten.

Derzeit bieten die Archiv- und Ausstellungsbedingungen des Kunstarchivs nicht den angemessenen Rahmen für die über 23.000 Kunstwerke und ihren wachsenden Wert für die öffentliche Bildung und wissenschaftliche Forschung. Der dringend notwendige Archivneubau soll helfen, die bisher ungenutzten Potentiale auszuschöpfen, den Archivbestand für die öffentliche Nutzung attraktiver zu machen sowie deren Bedeutung als überregionales Archiv zu unterstreichen. Das Ziel ist die Sichtbarmachung und Inwertsetzung der kulturellen und bildungspolitischen Möglichkeiten einer „Deponierten Kunst“ außerhalb der Metropolen.

2009

Im Januar 2009 erhielt ich vom Kunstarchiv Beeskow den Auftrag, eine inhaltliche Konzeption für den Neubau eines Kunstarchivs im historisch anspruchsvollen Kontext der Burg Beeskow zu erstellen. 

Die Konzeption wurde im Mai 2009 geliefert und umfasste:
• Vergleichbare Übersichten über die Bestände, Aufgaben und Potentiale des Kunstarchivs Beeskow und der Artothek der Sozialen Künstlerförderung Berlin;
• Argumente für die Zusammenlegung beider Bestände in ein Neues Kunstarchiv;

Kriterien für ein wissenschaftliches Gemeinschaftsprojekt mit Archiven und Museen in Polen;
• Begründung für den Bau eines europäisch agierenden Archivs für Bildende Kunst mit dem Servicebereich „Dokumentation und Information“;
• Konzeption und Kostenplan für eine Dauerausstellung;
• Kriterien für die personelle Ausstattung zur Betreibung des Kunstarchivs;
• Ansatzpunkte zur Tourismusentwicklung.

2010

Bezugnehmend auf diese konzeptionellen Überlegungen fasste die Stadtverordnetenversammlung der Kreisstadt Beeskow im September 2009 den Beschluss, mit der Planung für das Neue Kunstarchiv in Form eines Wettbewerbsverfahrens zu beginnen (Vgl. Beschluss SVV 69/2009/II). Im Dezember 2009 begann der Planungswettbewerb und am 22. Juni 2010 wählte eine Jury aus 15 eingereichten Entwürfen insgesamt vier Preise und vier Anerkennungen aus. Den ersten Preis erhielt der Architekt Max Dudler, der Büros in Berlin, Zürich und Frankfurt/Main unterhält.

Bereits im Mai 2010 wurde ich von der Stadt Beeskow beauftragt, als wissenschaftliche Kustodin im Projekt „Archiv-Neubau zur nachhaltigen Entwicklung der grenzübergreifenden Potentiale des Kunstarchivs Beeskow“ die inhaltlich-konzeptionelle Ausarbeitung des Förderantrages im Rahmen des Programms „Europäische Territoriale Zusammenarbeit“ (INTERREG IV) in Abstimmung mit der Arbeitsgruppe und allen beteiligten Partnern vorzunehmen. In das Konzept der Dauerausstellung wurde der Bestand „Krąg Arsenału“ des Museums Lubuskie in Gorzów mit einbezogen und für die zukünftige Kooperation ein archivpädagogisches Programm entwickelt sowie mehrere Wechselausstellungen und eine Fachtagung eingeplant. Das gesamte Leistungspaket umfasste auch den Entwurf eines Kooperationsvertrages zwischen der Stadt Beeskow und der Kreisstadt Gorzów Wielkopolski in Polen als wichtige Voraussetzung für den Projektantrag.

Geplant ist ein Neubau mit 2.500 m² Nutzfläche für die Bestände des Kunstarchivs und der Artothek der Sozialen Künstlerförderung. Zudem soll es eine Bibliothek geben und auf rund 260 m² eine Dauerausstellung gezeigt werden. Der Entwurf ist gekennzeichnet von einem in sich geschlossenem und stark überhöhten Volumen des neuen Ostflügels, das den Grundgedanken von einem Archivbau und seiner Depotfunktion besonders unterstreicht. Ausgehend von der inhaltlichen Konzeption waren innerhalb der Projektarbeit u.a. auch Ergänzungen zum Ausstattungsprogramm des Archivs in Absprache mit dem Büro Max Dudler erforderlich.

2011

Die erste Prüfung des Förderantrages durch das Gemeinsame Technische Sekretariat mit Sitz in Zielona Góra erfolgte im November 2010. Anschließend wurde der Antrag noch einmal überarbeitet und im Januar 2011 endgültig eingereicht. Der offiziellen Entscheid über die Fördermittel erfolgte im Oktober 2011. Leider wurde drin der Förderantrag für das Neue Kunstarchiv auf der Burg Beeskow abgelehnt. Die Mitteilung erhielten die Initiatoren der Stadt Beeskow vom Potsdamer Wirtschaftsministerium.

2012

Der Verein Forum Neues Kunstarchiv wird gegründet, um weiter nach Fördergeldern für den Neubau zu suchen. Vorsitzender ist Herbert Schirmer (67), der vor 23 Jahren als letzter Kulturminister der DDR viele der Kunstwerke auf die Burg Beeskow in Sicherheit gebracht und damit den Grundstein für das Kunstarchiv Beeskow gelegt hatte. Weitere Mitglieder sind Heinz Lassowsky, ein langjähriger Weggefährte von Schirmer, der Künstler Matthias Steier und Ilona Weser, stellvertretende Landrätin und Kulturdezernentin im Landkreis Oder-Spree.