Sich mit ihm zu verabreden ist nicht einfach, ihn dann dort zu treffen, wo man verabredet ist, fast unmöglich, dennoch sehen wir uns irgendwann irgendwo immer wieder. Ich treffe Max meist dann, wenn ich nicht mit ihm rechne, aber ihn doch gerade treffen wollte. Andere mögen andere Erfahrungen gemacht haben. Max Stock ist unterwegs. Das gehört zu ihm und ist kein Zufall. Reinhard Kraetzer | www.kunstberg-berlin(.)de

Künstler entdeckt

Malina, 2004, Acryl auf Leinwand, 60 x 55 cm

Stock, Max

Von wachem Humor bis zu stillem Leid Max Stocks Arbeiten der letzten 25 Jahren dokumentieren vor allem die intensive Beschäftigung mit dem Motiv des menschlichen Gesichtes. Trotz perspektivische Verschiebungen oder einer Zurücknahme von Farbigkeit ist die unmittelbare Erkennbarkeit des Gesichtes gegeben. Doch strebte der Künstler nicht immer vordergründig Porträtähnlichkeit an, sondern ebenso ist sein Bemühen erkennbar, ein für das Gesicht geeignetes Grundmuster zu entwickeln, das analog zu seinen Abwandlungen auch farblich verändert werden kann. Max Stock stilisiert auch Gesichtszüge, deren Ausdruck sich dem fein nuancierten Klang der Farben unterordnet.  Hierbei wird seine Auseinandersetzung mit der Kunst von Alexej von Jawlensky besonders deutlich, der – inspiriert von Frauen – das Thema des menschlichen Gesichts in seinem Werk immer wieder variierte.

Nicht ohne Grund widmete Max Stock diesem Künstler eine eigene Bildserie. Je mehr sich Max Stock allerdings bei seinen Gesichtern auf die geometrischen Formelemente konzentrierte, desto deutlicher gewann auch die Linie an Gewicht. Max Stock ist Kenner der Linie, sie wurde für ihn zum methodischen Prinzip, um Gesehenes abzutasten und Gedankliches zu formen. Der Linienreichtum zeigt sich sowohl in der Reduktion auf Zeichenhaftes als auch in den sinnlichen Arrangements. Mit wenigen Linien erzeugt Max Stock feinste Abstufungen des Ausdrucks – von wachem Humor bis hin zu stillem Leid.

*1948 in Hohenahlsdorf (Mark Brandenburg), Besuch des Zeichenzirkels am Haus der Kultur und Bildung Neubrandenburg bei Erhard Grossmann, 1968–1971 Studium der Gebrauchsgrafik an der Fachschule für Werbung und Gestaltung in Berlin-Schöneweide, 1971 Gestalter im Verlag Junge Welt, ab 1974 als Grafiker und Maler in Berlin tätig, Preisträger im Wettbewerb der Warschauer Plakatbiennale mit einem Entwurf zum Thema „Wasser und Leben“, 1984 Ausreise aus der DDR und freiberuflicher Künstler in der Ateliergemeinschaft am Mehringdamm in Berlin, lebt seit 1996 wieder im Prenzlauer Berg