Rathenow, 
07.09.2013

Die Galmer, der Wasserkreisel und das Meer

Am Samstag, den 7. September 2013 lädt das Kulturzentrum Rathenow ab 13:30 Uhr zur Galmer Hofkultur ein. Längst ist die Veranstaltung auf dem Dreiseitenhof kein Geheimtipp mehr. Mit Liebe zum Detail von Gerhard und Annette Göschel restauriert, öffnet der Galmer Hof seit 2000 regelmäßig seine Pforten und ermöglicht Einblicke in den Arbeits- und Lebensort des Künstlers Gerhard Göschel. Dieses Jahr zeigt er gemeinsam mit der Künstlerin Ulrike Hogrebe aktuelle Arbeiten und ausgewählte Werke, die sich u.a. mit der Faszination des Wassers beschäftigen.

Auf Ulrike Hogrebes Gemälden scheinen auf den ersten Blick verschlüsselte Bildzeichen auf Farben gelegt. Erst auf den zweiten Blick wird deutlich, dass Motive wie Boote, Pflanzen, Köpfe oder Räder zwischen den Farbschichten – vom Bildgrund bis zur Oberfläche –auftauchen. Und nicht alles ist sichtbar. Der Prozess der Bildentstehung mit Farbauftrag, Freilassungen, Ritzungen und Zeichensetzungen lässt sich zwar ein Stück weit nachvollziehen, aber gleichzeitig verweigert sich jedes Bild durch eine schichtweise Übermalungen dem Augenfälligen. Die Geschichte wurde im Malprozess einmalig und unwiederbringlich erzählt. Der Betrachter sieht allein das Ende der Geschichte und nur mit den eigenen Vertrautheiten kann er diese vom Anfang her neu denken.

Der Künstler Gerhard Göschel lässt sich nicht auf eine künstlerische Ausdrucksform festlegen. In jüngster Zeit aber findet die Bewegung als integraler ästhetischer Bestandteil des Kunstobjekts seine größte Beachtung. Damit greift er Intensionen der 1960er Jahre auf, als sich junge Künstler gegen die tragenden Kräfte der Moderne auflehnten und mit dem Einstieg in das Objekt zugleich eine Metamorphose der Plastik vollzogen. Wenn sich Göschel fünfzig Jahre später für neue Materialien, Medien, Aggregatzustände und Räume interessiert, dann mit umgekehrten Vorzeichen: Statt einer optimistischen Allianz mit Technologien und Medien, zielt er mit Installationen wie „Entrückt-mit Börsen-Mitra“, „Klappaltar“ oder „Online - Offline“ auf die Anhäufung existentieller Probleme in der Gegenwart.

Nach Eröffnung der Ausstellung wird die Komposition „Wasserkreisel“ aufgeführt. Sie entstand zu einer Ausstellung Gerhard Göschels und ist der Versuch, die Bewegungen der künstlerischen Objekte in ein anderes Medium zu übertragen. Über das Motiv schreibt der Komponist Jörn Arnecke: „Das Wasser kreiselt und kräuselt sich, es fließt über vierteltönige Intervalle und abgestufte Klangfarben, es scheint zu versiegen und klingt doch untergründig weiter. Ein kleiner Springbrunnen für Streichquartett, in geschwungenen Formen komponiert für Annette und Gerhard Göschel.“

Märkische Allgemeine vom 08. September 2013, Christin Schmidt: Kunstgenuss und viel Gespräche

Programm zum Download

Einlass: ab 13.30 Uhr und Beginn: 14 Uhr
Begrüßung:
Dr. Bettina Götze, Annette Göschel, Felix Menzel
Grußwort:
Staatssekretär Martin Gorholt, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg
Laudatio zur Ausstellung:
Dr. Simone Tippach-Schneider
Kompositionen:
Jörn Arnecke „Wasserkreisel - Streichquartett Nr. 3“, Helmut Zapf „Verschwommene Ränder“ – Vier Bagatellen für Streichquartet,
Es spielt: Streichquartett der Kammerakademie Potsdam, Susanne Zapf, Violine, Peter Rainer, Violine, Christoph Starke, Viola, Andreas Voss, Violoncello
Anschließend:
Buffet

Eintritt: 10 € incl. rustikales Buffet
Kinder bis 12 Jahre frei, Schüler / Studenten 5 €
Kartenkauf und Reservierungen: 03385 / 51 90 51
An der Theaterkasse im Kulturzentrum und direkt vor der Veranstaltung auf dem Kunsthof GALM.
Rückmeldung bis zum 30. August 2013 mit Angabe der teilnehmenden Personen

Informationen:
Sylvia Wetzel
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 03385/51 90 42
E-Mail: sylvia.wetzel@kulturzentrum-rathenow.de

Kulturzentrum Rathenow GmbH
Märkischer Platz 3
14712 Rathenow
www.kulturzentrum-rathenow.de


Ulrike Hogrebe, Bootshaus, 2012, Öl/Leinwand, 30 x 40 cm