Frankfurt, 
22.11.2015 - 11.09.2016

BERÜHRT-VERFÜHRT – Werbekampagnen, die Geschichte machten

Werbekampagnen, die Geschichte machten, stehen im Mittelpunkt der neuen Ausstellung des Museums für Kommunikation in Frankfurt am Main, die am Donnerstag, den 1. Oktober 2015, um 18.30 Uhr eröffnet wird. In einer kaleidoskopartigen Retrospektive präsentiert das Museum die populärsten und erfolgreichsten Werbekampagnen von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart. Schauplatz ist die Bundesrepublik Deutschland mit Einblicken in die Werbung der DDR. Über 50 Kampagnen machen das Zeitgefühl der jeweiligen Epoche spürbar und verdeutlichen die Wirkkräfte von Gesellschaft, Politik und Kultur auf die Werbung – und umgekehrt. Denn Werbung ist Spiegel wie Gestaltungsfaktor, Abbild wie Vorbild einer Zeit. Politische Parodien von populären Kampagnen zeugen davon, welche kommunikative Bedeutung das einst für kommerzielle Zwecke entwickelte Original haben kann. Gleichzeitig führt die Ausstellung hinter die Kulissen und offenbart die Konzepte und Strategien der Macher.

Magazin
HORIZONT widmet der Ausstellung unter dem Motto Werbekampagnen, die Geschichte machten ein eigenes Magazin, das es als kostenloses E-Paper gibt. Darin schreibt Simone Tippach-Schneider auf den Seiten 56 bis 59 über die Werbung in der DDR.

Abbildung:  
Kasko – Bevor es zu spät ist, Staatliche Versicherung der DDR, Zeichnung: Karl Schrader, Anzeige im „Magazin“, Heft 9/1970
Die Deutsche Versicherungsanstalt bot seit 1952 Autobesitzern die Möglichkeit, ihre Fahrzeuge Kasko zu versichern. Mit der serienmäßigen Herstellung des Trabant ab 1958, war die Zahl der Autobesitzer angestiegen. Mitte der 1960er Jahre wird für die Versicherten eine Reihe von Vergünstigungen in Kraft gesetzt. Die Versicherung initiiert daraufhin eine breit angelegte Werbekampagne unter dem Slogan „Kasko, bevor es zu spät ist!“. Die vom Grafiker Karl Schrader (1915-1981) entworfenen Karikaturen erschienen bis in die 1970er Jahre und trugen zur Popularisierung des Slogans im Alltag bei. Wenn jemand z.B. vor einem Risiko warnen wollte, schickte er oft diesen Spruch als Redewendung hinterher. Oder, wenn das Kind bereits in den Brunnnen gefallen war, hieß es lakonisch: „Kasko – Bevor es zu spät wird“.

Museum für Kommunikation Frankfurt
Schaumainkai 53 (Museumsufer)
60596 Frankfurt am Main
www.mfk-frankfurt.de


Anzeige im „Magazin“, Heft 9/1970